3. Meine Plawenner Wurzeln

Das Bergdorf Plawenn auf 1.720 Metern ist als höchstgelegener noch bewohnter Adelsansitz der Alpen weitum bekannt und mit meinem Leben eng verbunden.

Nicht der Reschensee und nicht der Ortler, der höchste Berg Südtirols, fallen mir als Erstes ein, wenn ich an den Obervinschgau denke. Nein. Es ist Plawenn. Dieses idyllische Dörfchen mit dem schönen Ansitz, das jedem gleich auffällt, der auf der Straße von Mals in Richtung Reschen unterwegs ist und seinen Blick rechts hinauf zum Plawenntal richtet. Seit ich auf der Welt bin, bin ich eng mit diesem Bergdörfchen verbunden. Hier, weit oben auf 1.720 Metern Meereshöhe, wurde mein Vater als zweiter Sohn auf dem Santnerhof geboren. Hier hat er in der Kirche ministriert, hier ist er zur Volksschule gegangen. Als ich noch ein Kind war, scherzten wir Geschwister gerne: „In Plawenn gibt es mehr Kühe, Hunde und Katzen als Leute!“ Menschen leben hier nach wie vor wenige, aber Plawenn darf sich mit einer Superlative schmücken: Es ist der höchstgelegene noch bewohnte Adelsansitz der Alpen. Erstmals erwähnt wurde der Ort bereits im Jahr 1277. Die Herren von Plawenn hatten hier heroben einen Ansitz errichtet, der im Laufe der Zeit mit Schwalbenschwanz-Zinnen und Ecktürmchen geschmückt wurde, die eben heute noch die Blicke hinauf nach Plawenn lenken. Die Kindheit meines Vaters war hart und entbehrungsreich. Er selbst pflegte zu sagen: „Wie kann man nur so weit da oben geboren werden?“ Aber ich verbinde mit Plawenn durchwegs positive Erinnerungen. Das Kegeln beim Kirchweihfest, die köstlichen Krapfen, das Herumalbern mit den vielen Cousinen, meine geliebten Dampfknödel, die es nur im Vinschgau gibt.

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Ein Kommentar

  1. Liebe Sabine
    Schön hast du das geschrieben
    Kinder brauchen Wurzeln wenn sie klein sind und flügel sobald sie größer werden. Alles liebe 🤩

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