6. Hinauf zu Lena G.

Gerne posiere ich mit Lena G., die kurz vor ihrem 90. Geburtstag steht, fürs Foto! Sie wurde 1933 „unterm Ortler“ geboren, versorgt heute noch ihren eigenen Hof und erfreut sich bester Gesundheit!

August 2022. Strahlendes Wetter. Ich mache mich auf den Weg in den äußersten Westen unseres Landes. Bis hinauf zum Reschensee. Früher, wenn wir zu Verwandtenbesuchen in den Obervinschgau gefahren sind, galt schon das ungeschriebene Gesetz: Wir starten nur bei schönem Wetter! Denn da oben kann es bei Sturm und Schnee sehr ungemütlich werden, auch im Sommer! Mit diesem Wissen im Hinterkopf studierte ich vorsorglich die Wetterlage, ehe ich mich aufmachte zu Lena, meiner ersten Interviewpartnerin für den Folgeband! Etwas aufgeregt saß ich im Auto, aber ich war guter Dinge. Das Kaiserwetter musste ein positives Omen sein.

Bei Mary

Meine Freundin Mary, die für mich auf „Dienstmädelsuche“ gegangen war, hatte die Begegnung arrangiert. Vor ihrem Laden „Mary’s Market“ in Graun im Vinschgau, gleich gegenüber des imposanten Kirchturms, der aus dem Reschensee ragt, treffe ich Thea, Lenas Tochter. Sie will mich zum Interview begleiten.

Der Hund

„Du hast keine Angst vor Hunden, oder?“, wendet sie sich gleich an mich, wie ich zur Begrüßung aus dem Auto steige. Verdutzt blicke ich sie an. Angst direkt nicht, aber vor großen Rassen durchaus Respekt. Besonders vor jenen, deren Aufgabe es ist, Haus und Hof zu bewachen. Ein großer Husky, erfahre ich auf Nachfrage. Mir ist nicht mehr ganz wohl, aber Thea zieht mich mit sich. „Iatz geah, dear tuat nicht!“, versucht sie mich zu beruhigen. Erst als die zierliche Lena in der Eingangstür erscheint und beherzt den Husky in die Hundehütte sperrt, während Lena mich über den Vorhof ins Hausinnere schleust, geht’s mir wieder besser. Und wie Lena dann noch von innen die Tür verriegelt, „Weil dear kriag selber au!“, bin ich startklar fürs Interview in Lenas alten Bauernstube!

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